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IT & Datenschutz·2 Min

KI im Mittelstand — was Mitarbeiter heute schon nutzen

Boris BurowRechtsanwalt

ChatGPT und Co. sind in deutschen KMU längst Standard. Wir haben gefragt — und überraschende Risiken gefunden.

Wenn ich auf Mittelstands-Veranstaltungen über KI spreche, höre ich von Geschäftsführern oft den Satz: „Wir haben das Thema noch nicht angefasst." In den darauf folgenden Audit-Gesprächen mit ihren leitenden Angestellten höre ich konsequent das Gegenteil: KI ist überall in Verwendung. Die Frage ist nicht „ob", sondern „wie viel kontrolliert".

Was tatsächlich passiert

Die häufigsten Anwendungsfälle, die ich in den letzten Monaten dokumentiert habe: Verträge werden zur Zusammenfassung in ChatGPT geladen. Bewerbungsschreiben werden mit Claude formuliert. Reportings werden über Copilot ausgewertet. Kundenkorrespondenz wird vorab durchformuliert. Mitarbeiter merken, dass sie damit doppelt so produktiv sind — und sehen keinen Grund, das nicht zu tun.

Die drei wichtigsten Risikofelder

Erstens: Vertraulichkeit. Wer Geschäftsverträge oder Personalakten in ein Standard-LLM kopiert, gibt diese Inhalte aus der Hand — je nach Anbieter und Tarif werden sie für Training genutzt oder sind in protokollierter Konversationshistorie sichtbar. Zweitens: DSGVO-Compliance. Personenbezogene Daten in Drittland-Systeme zu übertragen, ist datenschutzrechtlich nicht trivial. Drittens: Outputfehler. Verträge, die mit KI-Hilfe entstanden sind, enthalten typischerweise plausibel klingende, aber falsche Klauselverweise.

Was Sie tun können

Erste Maßnahme: bewusst zur Kenntnis nehmen, dass es passiert. Zweite Maßnahme: einen Rahmen schaffen — Tools, die zentral lizenziert sind, mit EU-Hosting und ohne Trainingseinwilligung, statt verstreuter Privat-Accounts. Dritte Maßnahme: kurze Nutzungsregeln, die nicht aus zwanzig Seiten Policy bestehen, sondern aus drei klaren Sätzen für jede Abteilung.

Wenn Sie das betrifft: KI- und Vertragsaudit →

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